Terrortorium  oder  eine kurze Geschichte des Terrors“

Installation zu James Bond                                                                                                                                        Ausführung variabel

English

 

Die Installation besteht aus mehreren Teilen:

  • eine vereinfachte Weltkarte mit visualisierter Achse des Bösen (Aggressor-Staaten) als Wandzeichnung
  • Filmstils der „Bond-Opfer“ aus allen Filmen
  • Katalogisierung und Beschriftung der Abbildungen nach Sterbezeit, Herkunft, Todesursache...

 

Beispiele der Karteikarten: von Opfer #1 bis hin zu Opfer #251, das bis dahin letzte Opfer

 

Hintergrund:
1962 erschien der erste James Bond – 007  Film (Dr. No) in den Kinos. Sean Connery spielte damals den Britischen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten. Seither haben sechs Darsteller die Figur des James Bond in insgesamt 23 Filmen verkörpert. Der letzte Film (Skyfall) erschien 2012.                                          

Die Figur dieser weltweit erfolgreichen, einzigartigen Kino-Serie James Bond  ist ein idealer Repräsentant der westlichen und kapitalistischen Kultur: Er ist männlich, gebildet und kultiviert, spielt Golf, liebt Martinis und die Frauen, hat stets die neuesten technischen Entwicklungen zur Verfügung, fährt teure Autos, etc. etc

Als  Geheimagent kämpft unser Held gegen die Bedrohung durch den Terrorismus.
Er ermordet unzählige Gegenspieler im Sinne der Weltsicherheit ohne Reue oder moralische  Zweifel. Auffallend dabei ist jeweils die Herkunft der „Feinde“ oder zumindest der Aufenthaltsort des Aggressors: zunächst sind dies natürlich die Sowjet-Staaten und die übrigen kommunistisch regierten Länder aber auch die jüngeren Produktionen spielen wieder in Russland, Kuba, Nordkorea und Aserbaidschan...
Die Gefahr wird lokalisiert und mit Nationalitäten, Ideologien und Systemen gleichgesetzt – von 1962 bis heute.

Erschreckend deutlich ist dabei die Parallele mit der US-amerikanischen und britischen Außenpolitik, sowie mit den globalen Konflikten der entsprechenden Zeitspanne. Und erschreckend kurz sind die Reaktionszeiten der Film-Branche auf die weltpolitischen Ereignisse (so „versteckt“ sich im Film von 2002 der Nordkoreanische Terrorist hinter der Identität eines Deutschen aus Hamburg).

Die Installation soll die Verstricktheit von globaler Unterhaltungsindustrie und Weltpolitik untersuchen. Es wird die Frage gestellt, inwieweit die Medien unsere Feindbilder produzieren und Ideologien und Systeme zu Fall bringen.

Es werden nun sämtliche Figuren aller Filme, die durch die Hand von James Bond ums Leben kommen katalogisiert. Sterbezeit (Jahr, Stunde, Minute und Frame des Films), Nationalität, Todesursache werden festgehalten und nach einem „wissenschaftlichen“ Ordnungssystem aufgelistet.
Die Wandzeichnung / Weltkarte dient ebenfalls als Instrument statistischer Darstellungen nach wissenschaftlichem Vorbild. Hier werden Informationen zu den verwickelten Staaten und Verbindungsachsen visualisiert.

Installation im Forum Stadtpark in Graz
  und im OK Centrum für Gegenwartskunst      Foto: Otto Saxinger